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Veröffentlicht am 13.09.2016 von nemesis

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Portrait Place Called Rage

Musik – eine Altersfrage? So ein Bullshit!

Vielleicht haben einige von euch den Namen der Band schon einmal beiläufig verlauten hören. Falls nicht: Place Called Rage war die Band von Gitarrist Al Pitrelli (Ex-Savatage, Megadeth) und Sänger Tommy Farese. Zwar hatten die Jungs mit dieser Combo keinen Plattenvertrag, aber das verstand angesichts des tollen Blues-Hardrock-Materials wer will. Jedenfalls herrschte hier noch Zuversicht und es wird Zeit, einem viel zu unbeachteten Album und tollen Musikern einmal gebührend Platz in Form eines kleinen Portraits einzuräumen.

Viel Geblubber drumherum und die vergessene Musik

Der fehlende Deal sollte aber kein Hindernis sein, das Album ist dennoch für alle Neugierigen und Interessierten zu bekommen. Zu allererst mal zu den Gerüchten, die Band hätte schon mal Material ausgesandt.

Wie Tommy erzählte, ist da nämlich gar nix dran: „Es war dieses eine Mal, das wir selbst Promo-CD verschickten. Eigentlich war die CD für den japanischen Markt gemacht worden.

Das war 1995(!). Und dann wurde das Material jahrelang lang vergessen… Viele Leute hatten uns erzählt, wie toll sie die Scheibe fänden, und daher war es beschämend, dass der Output nirgends zu bekommen war.

Al und ich hatten uns also entschieden, ein bisschen Wind um die Sache zu machen. Es sollte sich herumsprechen, dass wir mit dieser Band am Start sind bzw waren und Material vorhanden ist. Wir haben noch von niemandem, der die Scheibe gehört hat, auch nur einen negativen Ton zu hören bekommen. Eine geraume Zeit spielten wir mit dem Gedanken und der Vorstellung, ein Label dahinter zu stellen.“

Umtriebige Musiker-Gewächse

Zwei Song der mir vorliegenden CD sollen auf der Originalpressung ersetzt werden, obwohl es eigentlich starke Stücke sind. „Tja, genau wegen solchen Kommentaren werden sie auf der Scheibe bleiben, haha. Jeder hat uns erzählt, wir seinen verrückt, sie auszutauschen. Also lassen wir sie drauf.“ Strike. Gewonnen.

Sämtliche Mucker der Band hatten so nebenbei auch noch andere Projekte und Combos am Laufen, Al ist mit Megadeth nicht der einzige.

„Manche Leute, die von uns hörten, kannten zumeist nur die Bands, in denen wir sonst spielen oder gespielt haben. Und daher könnte man vielleicht auf die Idee kommen, Place Called Rage würden musikalisch auf einer anderen Welle schwimmen. Mit dieser Band haben wir die Chance, keine weiteren Einflüsse als unsere eigenen zu verwirklichen und einfließen zu lassen. Niemand hat uns in irgendeine bestimmte Richtung gelenkt, außer wir uns selbst.

Nicht vom Namen täuschen lassen

Unter dem Namen stellt man sicher auch etwas anderes vor, als erdigen, blues-orientierten Hardrock. Wir hatten keine Ahnung, wir die Band nennen sollten, also haben wir uns den Titel unseres ersten Songs geschnappt. Bei allen anderen Namen hatte immer einer in der Band was dagegen.“ Musik bedeutet für Tommy im Allgemeinen eine ganze Menge vor allem „verdammt viel Gefühl. Die heutige Generation ist noch nicht weit genug, um zu begreifen, was das bedeutet.

Wir kommen aus einer Generation, die Musik der ´40er, ´50er, ´60er und ´70er hörte.

Label? Nee, lass´ mal

Die heutige Jugend scheint zu sehr und ausschließlich vom Stoff aus den ´80er und neuer beeinflusst zu sein. Es ist an der Zeit, dass unsere Musik zurück kommt und den Menschen eine Wahlmöglichkeit lässt. Ich bin es leid, dass die Typen im Music-Biz behaupten, Musik sei eine Sache des Alters, was bedeutet, dass man jung sein muss, um Platten zu verkaufen. Meiner Meinung nach ist das Bullshit, war es immer und wird es immer sein. Musik hat nichts mit dem Alter zu tun, es ist eine Kunst. Und ich wünsche bei Gott, dass man endlich das Geplapper, das ‘word business’ aus dem Musik-Biz nimmt.“

Trotz allem hat Tommy ab und an Angst, mit Place Called Rage nicht ernst genommen zu werden: „Wir hatten kein Material an Plattenfirmen geschickt, weil ich befürchttee, dass man uns nicht ernst nehmen würdet. Labels und Managements können recht lustig mit dem Signen von Bands unterwegs sein, wenn alle Mitglieder einer Band in anderen Combos bei Major-Labels unter Vertrag stehen. Ich hoffe, dass sich die Art zu denken ändert. Damit Bands wie Place Called Rage endlich eine Chance haben.“

photocredit: By Andreas Lawen, Fotandi (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

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