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Veröffentlicht am 09.09.2015 von nemesis

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42 Decibel – Rolling In Town

Wenn man irgendwem sagt, dass dies gerade mal das zweite Album der Band ist und zwischen diesem Output und dem Debut keine dreißig Jahre liegen. Wird man wahrscheinlich ausgelacht. Hm, ist nun aber mal so. 42 Decibel rocken sich durchs Gebälk, dass es eine wahre Pracht ist. Fans von Hanoi Rocks, Rose Tattoo, Twisted Sister, AC/DC, Hank Davison Band und wie sie alle heißen, kommen voll auf ihre Kosten. Dieses Album macht der ersten Sekunde an einfach nur Spaß und Dampf unter der Haube.

Blues satt

„Nur“ Spaß ist in diesem Fall keineswegs abwertend gemeint, nein. Hier zündet jeder Song, hat was ulkiges, rotzfreches und unglaublich mitreißendes mit sich als gäbe es kein Morgen mehr. Wer´s nicht glaubt, soll sich mal gleich zu Beginn den dritten Track, „Rude And Fast“ geben. Hier wird straight gerockt, dass kein Nacken still bleibt. Dabei wuselt sich die quirlige Hard Rock´n´Roll-Band unverdrossen und ungebremst mit einer Energie durch die Songs, dass es eine wahre Pracht ist. Oberflächlich bleibt hier nichts, satte bluesige Gitarrenparts und Linienführung, erdiger, satter, stampfiger Sound und die Kinners wissen ganz genau, wie man mit Instrumenten umzugehen hat.

Das Songwriting ist passend zum rotzigen Stil dynamisch und schweißtreibend ohne Ende.

Prägnante Stimme

Ein bisschen widerspenstig wirken 42 Decibel dabei schon, also nix mit anbiedernder Nett-Mädchen-Stimmung, dreckig ist das Stichwort. Auch „Eye Of The Hawk“ zaudert nicht, einem als Hörer ein sattes, groovendes Brettchen zu verpassen, bei dem sich die Riffs schnell in Gehörgänge schlängeln. Der Gesang, tja was soll man dazu sagen: Vertreter dieser Stilrichtung sind eines definitiv nicht: Glasklare Opernsänger mit einschmeichelnden Stimmchen oder majestätischem Geflöte. Hier sind sie eben untergebracht, die kehligen, rauen, eigenwilligen Stimmen, manchmal ein bisschen gepresst wirkend, herzlich-schmerzlich und dirty. Allesamt zugestehen kann man den Tracks dieses Rock´n´Roll-Schibechen auch einen guten Wiedererkennungswert, also lang dauert´s nicht, bis man aus „Rolling In Town“ den einen oder anderen Ohrwurm mit sich rumschleift.

Ohrwürmer

Dass es sich bei diesem Album gewaschen hat zeigt allein schon der Opener „Can´t Keep Control“, quirlig, auf den Punkt gebracht, mit prägnanten Klampfen, treibendem Rhythmus und genre-typischen Strukturen als hätten 42 Decibel dieses Sound mit der Muttermilch aufgesogen. Eine coole Angelegenheit ist auch „Cold Steel Rider“. Der Song nistet sich noch richtig locker-lässig ein, verbreitet ein absolutes Crossroads-Flair und steigert sich mit gekonntem Blues-Liebäugeln langsam aber gewaltig. Mit „Smooth Talker“ hat sich die Band auch den richtigen Titel für den Ausklang dieses Scheibchens als Titel ausgesucht. Gemütlich, genüsslich vor sich hin dödelnd kann man hier noch einmal grooviger Oldschool-Stimmung der leicht schrägen Art frönen. Bevor man eigentlich das Album gleich nochmal hören will. „Rolling In Town“ ist nicht einfach ein billiger Abklatsch von Blues und Hard Rock-orientierten Größen wie eben frühere AC/DC oder Rose Tattoo. Manche haben´s, manche nicht. 42 Decibel haben´s.

Tracklist

  1. Can´t Keep Control
  2. Short Fused
  3. Rude And Fast
  4. Drop Of Booze
  5. Burning Down The Road
  6. Eye Of The Hawk
  7. Down The Hatch
  8. Midnight Teaser (Evil Woman)
  9. Cold Steel Rider
  10. Smooth Talker

photocredit: https://www.facebook.com/42Decibelofficial/photos/pb.307220931011.-2207520000.1441785360./10152653203071012/?type=3&theater

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